EU-Dokumente zu CSR

CSR-Strategie der Europäischen Kommission (2011): Am 25.10.2011 präsentierte die Europäische Kommission ihre neue Kommunikation zu CSR, die „EU-Strategie (2011 – 2014) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)“. Darin zieht sie Resümee über die bisherige Entwicklung der gesellschaftlichen Verantwortung, legt eine neue, grundlegende Definition von CSR vor („die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“) und kündigt nächste Schritte an.

Laut dem Papier sollen die Unternehmen selbst bei der Entwicklung von CSR federführend sein, die Behörden sollen unterstützen und auf einen intelligenten Mix aus freiwilligen Maßnahmen und nötigenfalls ergänzenden Vorschriften setzen. Von EU-Seite aus geplante Aktivitäten sind z.B. Preise für CSR-Partnerschaften zwischen Unternehmen (auch EPU) und anderen Stakeholdern oder die Einrichtung von Multi-Stakeholder-CSR-Plattformen (2013) für relevante Wirtschaftszweige.

Außerdem sollen Firmen stärker in die Pflicht genommen werden. Unternehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (über 500 Mitarbeiter/-innen, etc.), müssen ab 2016 ihre Auswirkungen auf Gesellschaft & Umwelt offenlegen. Den Regierungen empfiehlt die EU, bei der Beschaffung auch auf Nachhaltigkeit Rücksicht zu nehmen; außerdem sollen alle Mitgliedsstaaten CSR-Aktionspläne erstellen. Betreffend Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern/-innen will die Europäische Kommission überprüfen, ob sie den von ihnen eingegangenen Verpflichtungen nachgekommen sind, international anerkannte CSR-Grundsätze und -Leitlinien zu beachten und ISO 26000 zu berücksichtigen.

Dieses Dokument sollten Sie lesen – es bildet die Grundlage für die CSR-Politik in Europa.

 

Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen – Grünbuch (2001): Gibt Impulse für eine Debatte über Möglichkeiten, die soziale Verantwortung der Unternehmen auf europäischer und internationaler Ebene zu fördern. Im Kontext mit den Lissabon-Zielen wird die Frage behandelt, wie CSR zur Schaffung einer dynamischen, wett­bewerbsfähigen und durch sozialen Zusammenhalt geprägten wissens­basierten Wirtschaft beitragen kann. Dabei behandelt das Grünbuch u.a. die Fragen

  • HR Management und Arbeitsschutz
  • Anpassung an den Wandel
  • Umweltverträglichkeit und globaler Umweltschutz
  • Verantwortung der Unternehmen gegenüber externen Stakeholdern wie lokalen Gemeinschaften, Geschäftspartnern/-innen und Verbrauchern/-innen
  • Menschenrechte
  • Unternehmensführung
  • Berichterstattung und Audit
  • Sozial- und Umweltgütesiegel
  • Sozial verantwortliches Investieren

Das Grünbuch richtet sich an Behörden auf allen Ebenen einschließlich der internationalen Organisationen, an Unternehmen – von EPU bis zu multinationalen Unternehmen –, an die Sozialpartner/-innen, NRO und andere Akteure/-innen sowie interessierte Einzelpersonen.

Dieses Dokument können Sie lesen – es gibt einen guten Einblick in die Grundlagen der europäischen CSR-Politik.

 

Studie der EU-Komission zu führenden CSR-Standards in Europa: Die EU-Kommission präsentierte 2013 eine Studie, inwieweit europäische Großunternehmen (mehr als 1.000 Mitarbeiter/-innen) internationale Standards und CSR-Leitlinien für ihre CSR-Kommunikation nutzen. 33 Prozent nannten mindestens einen der folgenden Standards: UN Global Compact, OECD Guidelines for MNE oder ISO 26000. Am häufigsten werden der UN Global Compact und die Global Reporting Initiative verwendet. Die dreigliedrige Grundsatzerklärung der ILO sowie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte wurden nur von zwei bzw. drei Prozent der Unternehmen erwähnt.

Dieses Dokument können Sie lesen. Es zeigt, welche Standards momentan am häufigsten verwendet werden, auch wenn nicht alle für Ein-Personen-Unternehmen relevant sind.

ISO 26.000

Am 1. November 2010 wurde der ISO 26000 Leitfaden präsentiert. Diese weltweit gültige CSR-Norm befasst sich mit unterschiedlichsten Aspekten der gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen. Sie ist nicht zertifizierbar, bietet aber viele Denkanstöße und Handlungsanregungen für die eigene verantwortliche Unternehmensführung. Sie gliedert sich in sieben Abschnitte, den Anhang und Literaturverweise:

  1. Anwendungsbereich;
  2. Begriffe und Definitionen;
  3. Verständnis gesellschaftlicher Verantwortung;
  4. Sieben Grundsätze gesellschaftlicher Verantwortung. Dazu zählen Rechenschaftspflicht, Transparenz, ethisches Verhalten, Achtung der Interessen der Stakeholder, Achtung der Rechtsstaatlichkeit, Achtung internationaler Verhaltensstandards und Achtung der Menschenrechte.
  5. Die Anerkennung der gesellschaftlichen Verantwortung sowie die Identifizierung und Einbindung der Interessengruppen;
  6. Handlungsfeldern für sieben Kernthemen: Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, die Umwelt (Ökologie), faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenbelange, regionale Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft.
  7. Handlungsempfehlungen zur organisationsweiten Integration gesellschaftlicher Verantwortung.

Die ISO 26000 kann beim Österreichischen Normungsinstitut (nunmehr Austrian Standards plus GmbH) bestellt werden: www.astandis.at

Dieses Dokument können Sie lesen, wenn Sie einen breiten Einblick in das aktuelle, globale Verständnis von CSR und dessen Handlungsfeldern erhalten möchten.

ONR 192500

Die ONR 192500 ist die österreichische CSR-Norm (November 2011). Sie basiert auf ISO 26000 und bietet einen guten Leitfaden für die Umsetzung eines State-of-the-Art CSR-Managements. Die ONR 192500 definiert dafür notwendige inhaltliche Anforderungen und Empfehlungen, um auch einer Prüfung durch externe Auditoren/-innen Stand zu halten. Aus der ISO 26000 wurden die Grundsätze (Prinzipien) übernommen, ebenso der Stakeholder-Ansatz und die Struktur der Kernthemen wie Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, Konsumentenbelange sowie die Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft.

Grundlage des CSR-Management-Prozesses nach der ONR 192500:

  • Freiwilligkeit
  • Dialog mit den internen und externen Interessens- und Anspruchsgruppen
  • Transparenz und Rechenschaftspflicht
  • ethischen und moralischen Prinzipien einer Gesellschaft
  • Rechtsstaatlichkeit und internationalen Verhaltensstandards
  • Prinzip der Nachhaltigkeit (Ökonomie Gesellschaft/Soziales und Umwelt)
  • internationalen Menschenrechten
  • Konzept einer lernenden Organisation.

Die ONR 192500 kann beim Österreichischen Normungsinstitut (nunmehr Austrian Standards plus GmbH) bestellt werden: www.astandis.at

Dieses Dokument können Sie lesen, wenn Sie an einem Überblick über die aktuellen Anforderungen an das CSR-Management in Österreich interessiert sind oder Ihre eigene verantwortliche Unternehmensführung normengerecht umsetzen möchten.

GRI-Leitfäden

Die GRI-Leitfäden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung geben Empfehlungen für die Offenlegung der eigenen verantwortlichen Unternehmensführung: Strategien, Ziele, wesentliche Themen, Kennzahlen, etc. Die jüngste Version dieses weltweit bedeutendsten Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die G4-Leitlinien, wurde im Mai 2013 veröffentlicht. Sie bietet nicht nur Anregungen für das CSR-Reporting, sondern eine umfassende Orientierung für das CSR- und Nachhaltigkeitsmanagement, etwa zur Bestimmung der Wesentlichkeit oder zur Stakeholder-Einbindung.

Für die Mess- und Vergleichbarkeit wurde ein Indikatorensystem für die drei Bereiche Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft entwickelt. Zudem bietet GRI branchenspezifische Unterstützung in Form von „Sector Supplements“. Diese gehen speziell auf die Issues der jeweiligen Branche ein und enthalten zusätzliche Indikatoren.

Dieses Dokument können Sie lesen, da es viele Anregungen für die methodisch saubere Umsetzung Ihrer nachhaltigen Selbständigkeit liefert, nicht nur für Nachhaltigkeitsberichte (in Deutsch verfügbar).

Menschenrechte

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist eine der wichtigsten Grundlagen für verantwortungsvolles Unternehmertum: Am 10. Dezember 1948 verlautbarte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 217 A (III) die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. In der Folge wurden alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, für ihre Verbreitung und Durchsetzung zu sorgen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bildet gemeinsam mit dem Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte die Bill of Human Rights, die grundlegenden Menschenrechtsabkommen der UN.

Dieses Dokument sollten Sie lesen – es ist eine der wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaft!

Erfolg mit Verantwortung

Das Leitbild „Erfolg mit Verantwortung“ (2009) unterstützt österreichische Unternehmen – vom EPU bis zum Konzern – dabei, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Es richtet sich an alle österreichischen Unternehmen und bietet ihnen einen Katalog von Zielen für verantwortungsvolles Wirtschaften anhand von fünf Handlungsfeldern: Führung und Gestaltung, Markt, Mitarbeiter/-innen, Umwelt, Gesellschaft. Unternehmen können das Leitbild für sich übernehmen und es zur schrittweisen Umsetzung ebenso nützen wie für die systematische Dokumentation ihres Engagements. Die dazugehörige Webseite bietet mehr als 100 Praxistipps zu den einzelnen Handlungsfeldern.

Den Leitfaden können Sie lesen, wenn Sie weitere Anregungen für Ihre nachhaltige Selbständigkeit erhalten möchten.

RespACT

Die Organisation respACT – austrian business council for sustainable development – entwickelt und sammelt laufend themen– bzw. branchenspezifische Leitfäden für das CSR-Management.

Lesen Sie auf der respACT-Website nach, ob es z.B. für Ihre Branche schon einen Leitfaden gibt. Dieser kann z.B. beim Sammeln Ihrer wesentlichen Themen helfen.

AA1000 Standards

Die AA1000-Standards unterstützen Organisationen dabei, nachhaltig zu agieren. Für EPU sind folgende relevant:

Der AA1000 AccountAbility Principles Standard: (2008) geht auf drei Prinzipien für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ein:

  • Inklusivität: Partizipation der Stakeholder
  • Wesentlichkeit: Behandlung der wesentlichen Aufgaben
  • Reaktivität: Reagieren auf das Anliegen von Stakeholdern

Diese Prinzipien sollen Unternehmen helfen, ihre Nachhaltigkeits-Performance zu verstehen, zu managen und kontinuierlich zu verbessern.

AA1000 Stakeholder Engagement Standard (AA1000SES): Dieser 2011 veröffentlichte Standard unterstützt Unternehmen beim erfolgreichen Umgang mit ihren Stakeholdern.

AccountAbility: Stakeholder Engagement Manual, 2005: http://www.accountability.org/about-us/publications/the-stakeholder-1.html und http://www.accountability.org/about-us/publications/the-stakeholder.html

AccountAbility: Stakeholder Engagement Manual, 2010: http://www.accountability.org/standards/aa1000ses/index.html

Diese Dokumente können Sie lesen, wenn Sie weitere Anregungen für Ihr CSR-Management erhalten möchten.

News-Seiten und Lexika zu CSR

  • CSR-Wegweiser.Newsletter: Die Initiative von Hauska & Partner zeichnet ein aktuelles Bild von Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Nachhaltigkeit in Österreich. Alle zwei Monate informiert ein Newsletter über die wichtigsten Standards, Richtlinien, Preise, Studien, Förderungen, etc. http://www.csr-wegweiser.at
  • Businessart/Lebensart: Die beiden Magazine BUSINESSART (B2B) und LEBENSART (B2C) informieren über gesellschaftspolitische Anliegen (z.B. Armut verhindern, zukunftsorientiert bilden, fair wirtschaften) und Wohlfühl-Themen (z.B. biologisch ernähren, gesund wohnen oder ökologisch reisen). Ergänzt werden die Magazine durch die online-Medien www.lebensart.at, www.businessart.at und www.nachhaltig-reisen.at sowie durch drei unterschiedliche Newsletter (Konsumenten, Unternehmen, Schulen/Gemeinden).
  • csr-news.net ist eine der weltweit führenden und meistbesuchten Informationsplattformen zum Thema Corporate Social Responsibility. Sie bietet aktuell Nachrichten zu Standards, Unternehmen, Jobs, Literatur, etc. http://csr-news.net/main/about/?lp_lang_pref=de
  • Online CSR-Lexikon von CSR-news.net: CSR-news.net veröffentlichte im März 2014 ein CSR-Lexikon mit knapp 100 Beiträgen. Verschiedene Begriffe des CSR-Managements werden darin verständlich erklärt und mit externen Links sowie passenden Beiträgen auf der Website hinterlegt. CSR-Experten/-innen wie Hauska & Partner verfassten die Texte. Website: www.csr-knowledge.net